Zweitagestörn nach Mommark

31. August 2013 – 6:24 h, 30 sm, 4,7 kn

Leuchtturm Kalkgrund

„West 5-6, Schauerböen, See bis 2 m“ sagen die Leute vom DWD für den Tag voraus. Als wir am Vorabend zwecks Route über den Karten brüteten, gab es für die zwei geplanten Segeltage im Prinzip drei Möglichkeiten: 1. Gegen den Wind in die Förde Richtung Flensburg, 2. nach Norden durch Sonderburg in den Als-Sund, oder 3. doch raus nach Osten und in den kleinen Belt, was bei den vorhergesagten Winden aber den Rückweg anstrengend werden lassen würde. Da am Morgen allgemeine Hochstimmung herrscht und es früh los geht, laufen wir zunächst Richtung Leuchtturm Kalkgrund und dann doch, gegen die Vernunft, nach Osten. Das heißt zunächst herrliches Segeln vor dem Wind. Bei Sonnenschein hole ich die Genua über und baume sie zum ersten Mal mit dem Spinnakerbaum aus – Und bin überrascht, wie hervorragend das funktioniert. Als wir später dann auch das Großsegel überholen wollen um die Pols Rev Tonne backbord liegen zu lassen, bricht beim Dichtholen des Großsegels die Schot aus der Travellerverankerung. Kurze Aufregung – Das Problem ist jedoch schnell wieder unter Kontrolle.

SchauerböeIm kleinen Belt wird das Wetter dann langsam rauer, der Wind fällt nördlicher ein als erwartet und als die erste Schauerböe über uns hinwegfegt, wird es nass. Das zweite Reff wird ins Großsegel eingebunden, aber es ist schwer die Reffleinen, die sich im momentanen Deckslayout nicht über die Winsch legen lassen, dichtzuholen. So richtig kommen wir daher nicht an den Wind ran und als auch noch die Endlosleine der Rollreffeinrichtung beim abermaligen Verkleinern der Genua reißt, entscheiden wir uns, auch aufgrund der Seekrankheitsfälle, die letzte halbe Stunde nach Mommark gegen die mittlerweile ansehnliche 1,5 m-Ostseewelle zu motoren. Um drei Uhr nachmittags machen wir die Leinen fest und liegen die Nacht über etwas schaukelig bei leichtem Schwell, der von Norden durch die Hafeneinfahrt hereinkommt.

01.09.2013 – 7:14 h, 27 sm, 3,8 kn

Wie schon erwartet, wird die Rückfahrt am nächsten Tag etwas ruppiger. Jedoch sind wir jetzt ja schon ein eingespieltes Team, zumal heute erst einmal Manövertraining angesagt war. So kommen wir mit halbem Wind anfangs noch bei einer frischen Brise, gut nach Süden. Die Arbeit beginnt erst, als wir wieder bei Pols Rev abbiegen. Bei auffrischendem Wind und Regen werden es erneut anstrengende Stunden, auch wenn wir durch eine Änderung des Reffleinenlayouts heute deutlich besser an den Wind kommen. Aber auch heute entscheiden wir uns gegen vier Uhr, vom Regen und der Welle völlig durchnässt, den Motor anzuschmeißen und die letzte Stunde über das Kalkgrund-Flach nachhause zu motoren. Erschöpft machen wir in Wackerballig fest und genießen eine heiße Dusche und später eine Pizza bei Niko in Gelting.

Fakten:

57 sm, Durchschnittsgeschwindigkeit 4,3 kn